Retterwissen (1): Grundformen

Eine neue Serie auf Lu-Glidz zeigt auf, was man über Rettungsschirme wissen sollte. In der ersten Folge geht es um die Frage: Welche Rettertypen gibt es überhaupt?

Bei Gleitschirm-Rettungsschirmen wächst die Formenvielfalt.
// Quellen: Highadventure, Independence, Turnpoint, Airdesign
Rettungsschirme sind so etwas wie eine Versicherung, die Piloten immer im oder am Gurtzeug dabei haben sollten. Die Aufgabe ist es, das Schlimmste abzuwenden, sollte der Gleitschirm einmal in eine Konfiguration geraten, die nicht mehr flugfähig oder für den Piloten unkontrollierbar ist. Dann gilt es, die Rettung zu ziehen und in den freien Luftraum zu werfen. Geht sie wie gewünscht auf, sinkt man darunter hängend nicht immer sanft, aber in den meisten Fällen doch ohne größere Verletzungsfolgen zu Boden. Trotz der lebensentscheidenden Rolle, die den Rettungsschirmen  zukommt, ist das Wissen vieler Piloten über deren Funktionsweise und was man bei der Auswahl beachten sollte, eher gering ausgeprägt. Zeit für ein paar Fakten.

Rettungsschirme bremsen unseren Fall, indem sie über unseren Köpfen einen Stoff aufspannen. Dieser kann unterschiedlich geformt sein, erfüllt aber stets die gleiche Funktion: Er bietet der Luft einen Widerstand, und dieser wird maßgeblich durch die Fläche bestimmt. Das ist unterm Strich die entscheidende Größe bei allen Rettern! Mehr Fläche bedeutet jeweils mehr Widerstand und in der Folge ein geringeres Sinken.

Allerdings können wir im Fallen einen Stoff nicht einfach wie ein Betttuch flach aufgespannt über uns halten. Er muss in eine Form gebracht werden, an die man sowohl an Schnüren eine Last anhängen kann (das sind wir), die aber auch aus einer kleinen Packung heraus – allein durch die Luftströmung getrieben – gewissermaßen zu sich selber findet. Am Markt gibt es verschiedene Grundtypen, die das gewährleisten:


1. Rundkappe
Rundkappe: Klassischer Notschirm in Annular-Bauweise.
// Quelle: Independence
Der Klassiker. Die Rundkappe ist, wie der Name schon sagt, kreisrund geformt. Sie wird typischerweise aus einer Reihe von Stoffbahnen genäht, an denen wiederum genauso viele Fangleinen sitzen, die das Pilotengewicht tragen. In der Luft bilden sie eine Art Halbkugel, die allerdings bei den heute üblichen Gleitschirmrettungen durch zusätzliche Leinen in der Mitte so heruntergezogen wird, dass sich eine Annular-Form wie ein halb aufgeschnittener Ring oder Donut ergibt. So benötigt sie nicht nur etwas weniger Stoff als eine echte Halbkugel, sondern bietet dank einer etwas größeren projizierten Fläche auch mehr Widerstand. In der Mitte der Kappe ist ein Loch, durch das ein Teil der darunter gestauten Luft kontrolliert entweichen kann. Das macht den Abstieg ruhiger.
Das System ist seit Jahrzehnten bewährt. Da Rundkappen normalerweise komplett symmetrisch gefertigt werden, sind sie nicht nur am einfachsten zu packen, sondern im Vergleich zu anderen Typen auch preislich am günstigsten zu produzieren.
Die Symmetrie hat aber kleine Nachteile. Die rundum einheitliche Form kann dazu führen, dass die Luftströmung nicht so schnell eine passende Ecke Stoff findet, an der sie die Kappe "aufreißen" kann. Die Öffnung kann etwas zögerlicher ausfallen. Als Abhilfe besitzen manche Rundkappenmodelle zusätzlich kleine Stofftaschen (Ram-Air-Pockets), die sich der Strömung in den Weg stellen und so das Luftfassen beschleunigen sollen.
Der symmetrische Aufbau von Rundkappen hat zudem den Effekt, dass Pendelbewegungen unter Umständen länger anhalten können. Das gilt insbesondere dann, wenn die Retterfläche im Verhältnis zur Anhängelast zu klein gewählt wird.


Kreuzkappe: Quadratische Grundform und Ausblasschlitze an den Ecken.
// Quelle: Turnpoint
2. Kreuzkappe
Im Jahr 2010 präsentierte Dani Loritz, damals als Entwickler für Team 5 tätig (heute: X-Dream.fly), erstmals eine Gleitschirmrettung mit einer quadratischen Form. Von oben betrachtet sieht der Grundschnitt des ausgelegten Stoffes wie ein Kreuz aus. Von daher der Name: Kreuzkappe.
Die Grundidee stammt nicht von Dani Loritz selbst. Er hat nur ein Fallschirm-Design, das u.a. bei US-Fallschimjägern zum Einsatz kommt, für Gleitschirmzwecke adaptiert.
Mittlerweile haben viele weitere Anbieter Kreuzkappen im Programm, und die meisten Neuzulassungen von Rettungsschirmen basieren auf diesem Typ. Kreuzkappen sind "en vogue" und werden verkaufsfördernd dafür gepriesen, etwas besser als Rundkappen zu sein – vor allem hinsichtlich der Pendelstabilität. Allerdings haben sie auch einen etwas höheren Preis (der freilich über die übliche Nutzungsdauer von 10 bis 12 Jahren gerechnet nicht allzu stark ins Gewicht fällt).
Zur Pendelstabilität von Kreuzkappen trägt bei, dass diese an den Ecken oder den Seiten jeweils gezielt eingefügte Schlitze besitzen, durch welche die gestaute Luft kontrolliert abblasen kann. Symmetrische Pendelbewegungen werden dadurch gedämpft und enden eher mal in einem diffusen Wabern der Kappen, das nicht weiter stört.
Manche Kreuzkappen sind gezielt so konstruiert, dass sie in der Luft in eine Richtung driften bzw. gleiten. Das verbessert die Stabilität und sorgt zudem für zusätzlichen Auftrieb, wodurch sich die Sinkgeschwindigkeit reduziert. Das bedingt allerdings eine gewisse Horizontalgeschwindigkeit. Man könnte also seitlich gegen Hindernisse oder Felswände fliegen.
Mittlerweile gibt es auch Sonderformen der Kreuzkappe am Markt, die nicht nur gleiten, sondern dabei auch gelenkt werden können (siehe "Die Kreuzkappe wird steuerbar"). (Künftige Folgen der Serie Retterwissen werden noch das Für und Wider der Retterdrift und der Steuerbarkeit behandeln)
Da die Stoffbahnen nicht rundum symmetrisch geschnitten, genäht und aufeinander liegend gepackt werden, fassen Kreuzkappen unter Umständen etwas schneller Luft und öffnen einen Ticken fixer als Rundkappen. Das wird erkauft mit dem kleinen Nachteil, dass Kreuzkappen nicht so einfach nach Schema F gepackt werden können. Je nach Zuschnitt sind abweichende Regeln für das Legen der unterschiedlich großen Bahnen zu befolgen. Selbstpacker sollten sich deshalb auf ihr spezifisches Modell einweisen lassen.


3. Square-Round (SQR)
Square-Round: Nahezu runder Schirm mit seitlichen Ausblasöffnungen.
// Quelle: Airdesign
Die ersten Kreuz-Rund-Kappen brachte Anfang 2016 der neue Hersteller Companion auf den Markt (s. "Die Verkreisung des Quadrats"). Mittlerweile werden Retter nach dem SQR-Prinzip auch von anderen Marken angeboten.
Die Schirme stellen eine Mischung aus Kreuz- und Rundkappe dar. Die Grundform ist mehr ein Kreis als ein Quadrat, allerdings besitzen die Kappen angedeutete Ecken, in denen wiederum – wie bei den Kreuzkappen – Ausblasöffnungen sitzen.
Durch diese Bauform sollen auch SQR-Kappen weniger zu symmetrischen Pendelbewegungen neigen. Die bei manchen Modellen etwas hervorstehenden Schlitzdüsen können zudem, ähnlich wie Ram-Air-Pockets, die Öffnung unterstützen.
Da bei Square-Round-Schirmen die herunter gezogene Mitte typischerweise geschlossen ist, besitzen sie im Vergleich zur Rundkappe tendenziell eine etwas größere projizierte Fläche, wodurch sich bei gleicher ausgelegter Stofffläche ein geringeres Sinken ergeben könnte. Schirme für gleiche Anhängelast können dann etwas kleiner gebaut werden, was wiederum Gewicht und Packvolumen spart. (Die Rolle von Fläche bzw. Flächenbelastung wird ebenfalls Thema einer weiteren Folge der Retterwissen-Serie sein).
Packtechnisch sind SQR-Schirme den Rundkappen sehr nah.


Rogallo: Der Klassiker einer steuerbaren Rettung.
// Quelle: Highadventure.ch
4. Rogallo
Das Grundprinzip der Rogallo-Schirme unterscheidet sich deutlich von dem klassischer Fallschirme. Erfunden wurde es schon 1948 von Francis Rogallo. Ab Mitte der 1990er Jahre kamen  Gleitschirm-Rettungen in Rogallo-Form auf den Markt. Es gibt sie heute von verschiedenen Herstellern.
Rogallos sind darauf ausgelegt, nicht einfach nur zu sinken, sondern auch eine gewisse Vorwärtsfahrt zu entwickeln und dabei steuerbar zu sein. Die beim Gleiten entstehenden Auftriebskräfte bremsen den Fall zusätzlich. Rogallo-Retter erreichen typischerweise die geringsten Sinkwerte aller hier aufgeführten Modelltypen (zumindest wenn der Hauptschirm getrennt werden kann).
Rogallos sind dreieckförmig aus zwei konisch zulaufenden Stoffbögen mit mehreren Mittelleinen aufgebaut. Die Spitze ist geschlossen, während die hintere Segelkante offen bleibt. Diese Asymmetrie und das gerichtete Ausblasen der Luft nach hinten sorgen nicht nur für Vortrieb, sondern dämpfen das Pendeln sehr effektiv. Auch bei den Öffnungszeiten stehen die Rogallos an der Spitze.
Ein Nachteil: Die aerodynamischen Kräfte können dazu führen, dass Rogallo-Retter unter Umständen mit einem noch "fliegenden" Hauptschirm in eine Scherenstellung geraten, was mit stark erhöhten Sinkwerten einher geht. Lange galt deshalb die Regel, dass Rogallos zwangsläufig nur in Kombination mit Quickout-Karabinern zur Trennung des Hauptschirmes eingesetzt werden sollten. Bei manchen neueren Modellen soll das aber nicht mehr nötig sein. Laut Herstellerangaben können Rogallos mit einer eingebauten Vorbremsung ohne Eingreifen des Piloten fast wie ein Fallschirm senkrecht sinken.
Eine besondere Qualität, welche die meisten anderen Rettungen nicht bieten können, ist die Steuerbarkeit der Rogallos. Man kann damit gezielt Hindernissen wie z.B. Stromleitungen ausweichen oder Landeflächen ansteuern. Das geht allerdings mit der Anforderung an den Piloten einher, auch im Notfall noch handlungsfähig zu sein.
Packtechnisch gesehen sind Rogallos deutlich komplexer als Rundkappen oder deren Derivate und bedürfen eines gezielten Trainings.


5. Dreieckskappe (Triangle)
Triangle: Der Dreiecksfallschirm ist bei Bedarf steuerbar.
// Quelle: X-Dreamfly.ch
Das neueste Kind des Rettungsschirm-Entwicklers Dani Loritz ist eine Kappe mit einer symmetrisch dreieckigen Grundform. Es ist die Adaptation einer Idee, die Fallschirmbauer schon während des Zweiten Weltkrieges hatten.
Die Dreieckskappe soll die Vorteile klassischer Rund- und Kreuzkappen (weitgehend senkrechtes Sinken und einfache Packbarkeit) mit den Möglichkeiten der Rogallos (bei Bedarf steuerbar) verbinden.
Nach Loritz' Angaben ist die Triangle als gleichseitiges Dreieck aufgebaut und so ausgelegt, dass die Kappe erst einmal keine Vorwärtsfahrt entwickelt. Der Pilot kann diese aber gezielt auslösen, indem er spezielle Steuergriffe aktiviert.
Beim gerichteten Gleiten erreicht die Triangle wie eine Rogallo verringerte Sinkwerte. Für eine effektive Steuerung wird vom Hersteller das vollkommene Abtrennen des Hauptschirmes (Quickout-Karabiner) empfohlen.
Eine Triangle-Rettung besitzt dank ihrer Bauweise eine hohe Stabilität, da die Dreiecksform von sich aus kein gleichmäßiges Hin- und Herpendeln auf einer Achse ermöglicht. Ob sich dieser Typus letztlich als Alternative zu Rogallos etabliert, bleibt abzuwarten. Hauptargument könnte hier vor allem die vereinfachte Packweise sein, die der von Rundkappen ähnelt.
Dani Loritz plant auch eine simplere Version der Triangle ohne Steuermöglichkeit. Diese wäre dann vom Einsatzfeld her als Alternative zu Kreuz- und SQR-Kappen zu sehen. Ob sie diesen gegenüber Vorteile bietet, ist noch nicht einschätzbar.


Base-Fallschirm: Steuerbar und ruckzuck offen.
// Quelle: Youtube, Supair
6. Base-System 
Dieses Rettungssystem bedarf eines speziellen Gurtzeuges. Darin ist ein kleiner, steuerbarer Rettungs-Gleitschirm integriert, wie er auch von Base-Jumpern verwendet wird.
Beim Auslösen der Rettung wird automatisch der Hauptschirm abgetrennt, wobei dieser noch den Container mit der Base-Rettung aus einem Fach zieht. Das ermöglicht sehr kurze Öffnungszeiten bei geringem Höhenverlust – ein großer Vorteil beim Acro-Training über Land. Allerdings werden solche Systeme bisher nur von wenigen Acro-Piloten eingesetzt. Base-Schirme müssen aktiv steuernd gelandet werden, um ein sanftes Aufsetzen zu ermöglichen. Im Rahmen der Serie Retterwissen wird nicht weiter darauf eingegangen.


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33 Kommentare:

philipp roti hat gesagt…

ich denke der papillon von vonblon produziert war der erste rogallo gleitschirmretter auf dem markt . und der einsatz eines base fallschirmes wurde von Michael Nesler und Profly als erstes in einem acrogurtzeug angeboten. gruess philipp roti

Daniel Loritz hat gesagt…

Dieser Bericht ist ein weiteres Beispiel, dass die Presse um jeden Preis liefert, auch wenn es inhaltlich falsch ist. Dieser Bericht spricht anfänglich von „Fakten“ und danach primär im Konjunktiv geschriebe. Der Schreiber ist sich seiner Kompetenz offensichtlich nicht sicher. Zu recht! lu-glidz hat mich vor Monaten um ein Interview gebeten. Ich erachte die Fachkompetenz dieses Medium als schwach und mangelhaft. Aus diesem Grund entschied ich mich diesen Kanal so nicht zu untrerstützen. Leider hat sich der Journalist sich seiner Verantwortung nicht erinnert und sich genötigt gefühlt diesen schrecklichen Text oben zu veröffentlichen.

Ich bitte alle Leser, seid vorsichtig beim Konsumieren solcher Halbwahrheiten!

Und hier den Ratschlag an die Journalisten; macht euch Fachkundige bevor ihr Texte veröffentlicht - werdet eurer Verantwortung bewusst. Alternativ müsst ihr euch den Vorwurf der „Lügenpresse“ gefallen lassen!

Lucian Haas hat gesagt…

@Philipp, danke für den Hinweis. Ich hab's gecheckt und den Text korrigiert.

Lucian Haas hat gesagt…

@Dani: Wenn Du schon kritisierst, dann bitte benenne das, was inhaltlich falsch und "schrecklich" ist. Einfach nur "Lügenpresse" zu schreien ist billig.

Dass manches im Konjunktiv formuliert ist, hat seinen Grund. Denn wenn eines bei Rettern Fakt ist, dann die Erkenntnis, dass es in vielen Punkten keine eindeutige, klare Regel gibt, sondern nur Tendenzen. Dafür gibt es einfach zu viele Einflussgrößen, die das Retterverhalten mit bestimmen. Das wirst Du mit Deiner großen Erfahrung sicher bestätigen können. Hier im Konjunktiv zu bleiben finde ich ehrlicher, als eine scheinbar eindeutige Meinung zu pushen.

Dani, es gehört zu Deinen Qualitäten, stets eine eindeutige Meinung zu haben und gerne der Welt vehement kundzutun. Du bist eingeladen, dein Wissen hier einzubringen. Es steht Dir genauso auch frei, Dich herauszuhalten und Interviews zu verweigern. Bei inhaltsloser Kritik mit Vokabeln wie "Lügenpresse" etc. werde ich mir in Zukunft aber die Freiheit nehmen, diese einfach zu löschen. Dafür ist Lu-Glidz kein Forum.

Stefan B hat gesagt…

Sauber pariert, Lucian. Daniel's Kritik war wirklich unterste Schublade!

Maike hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
Lucian Haas hat gesagt…

Liebe Maike, bitte nicht böse sein, dass ich Deinen Kommentar gelöscht habe. Ich hoffe Du siehst es mir dieses moderierende Eingreifen nach. Aber das Themenfass Politik, Gesinnung etc. will ich auf Lu-Glidz erst gar nicht öffnen. Dafür gibt es genug andere Foren, wo sich die Leute streiten, i.d.R. sinnlos. Hier geht es um Gleitschirme oder in diesem Fall um das Thema Rettungen. Kommentare sollten sich auch in diesem Themenfeld bewegen. Danke.

Christian hat gesagt…

@Dani: Ich schätze deine Fachkompetenz und die unverblümte Äusserung deiner Meinung. Wenn du hier aber schon schweres Geschütz wie "schrecklicher Text" und "Lügenpresse" auffährst, wäre es nichts als billig, die aus deiner Sicht inhaltlichen Fehler in diesem Artikel konkret zu benennen.
Das war ja erst eine Art Marktüberblick ohne viel inhaltliche Tiefe. Gib Lucian doch eine Chance für die kommenden Folgen! Offensichtlich wollte er sich ja bei dir im Vorfeld fachkundig machen, was du - aus welchen Gründen auch immer - abgelehnt hast.

Tim-Patrick Meyer hat gesagt…

Ich habe seit gut sieben Jahren einen Beamer (zuerst Beamer 2, jetzt Beamer 3 light). Das Hauptargument für Rogallos bleibt für mich nicht die Steuerbarkeit sondern in erster Linie die schnelle Öffnung. Da die meisten Retterwürfe in sehr geringer Höhe erfolgen, kann selbst der Bruchteil einer Sekunde einen entscheidenenden Unterschied machen. Hinzu kommen die hohe Pendelstabilität und die geringe Sinkgeschwindigkeit. Die Steuerbarkeit hingegen sehe ich nur als potenziellen Bonus, den man bei ausreichender Höhe und Erfahrung nutzen kann ... einen Rogallo kontrolliert zu steuern (ob mit oder ohne Quick-Outs) ist nämlich nicht trivial und will geübt sein.

Urs hat gesagt…

@Philipp
Da liegst du leider falsch. Die Markteinführung des Beamer 1 von High Adventure fand 2 Jahre vor dem Vonblon Papillon statt. Auch deine Aussage betreffend Cutaway würde ich so nicht unterschreiben.

@Lucian
Bitte korrigieren ;-)

Anonym hat gesagt…

Unglaublich welche Polemik Hr. Loritz an den Tag legt - typisch irgendwie.
Einem für renomierte Medien z.B. Deutschlandfunk (!) tätigen Journalisten solche Worte an den Kopf zu werfen und laienhafte Wortwahl zu unterstellen ist unverschämt.

JN hat gesagt…

Ich möchte Tim-Patrick voll und ganz zustimmen. Die Aussage, das Wichtigste am Rogallo wäre die Steuerbarkeit halte ich ebenfalls für sehr fragwürdig und bin gleich darüber gestolpert. Für mich sind die Kriterien in dieser Reihenfolge wichtig:
1. Öffnungssicherheit
2. Öffnungsgeschwindigkeit
3. Pendelstabilität
4. Sinkgeschwindigkeit
5. Downplane-Neigung
6. Steuerbarkeit
7. Gewicht/Packmaß
8. Packaufwand
9. Preis
Rogallos haben bei 2., 3., 4. und 6. die Nase vorne. Nachteile sehe ich bei 1., 5., 7., 8. und 9. Insbesondere muss man mit dem Downplane (insbesondere bei A- und B-Schirmen) umgehen können und wissen was man tut. Zum Thema (ungesteuerte) Vorwärtsfahrt habe ich mir noch keine abschließende Meinung gebildet. Das kann je nach Situation gleichermaßen Vor- oder Nachteil sein.

JN hat gesagt…

@ Dani L.: Erst kein Interview geben wollen und dann ohne Argumente einfach mal draufhauen? GANZ schlechter Stil...

David hat gesagt…

Hallo Daniel, ich bin relativ neu in der Gleitschirmszene und habe mich letztens mal ein bisschen zum Thema Retter umgesehen. Dabei bin ich unter anderem über Deine Webseite gestoßen und fand den X-Triangle vom Konzept sehr interessant. Auch wenn meine aktuelle Rundkappe wohl noch ein paar Jahre hält, lohnt sich ja schon für die Zukunft Gedanken zu machen.

Als "Neuling" fällt es mir aber natürlich schwer die Seriosität eines Anbieters einschätzen. Daher habe ich den Text von Lucian schon als starke Werbung für Dich und Vonblon wahrgenommen. Es ist schade danach so eine Aussage hier in den Kommentaren zu lesen, denn das hat für mich den positiven Eindruck mehr als aufgewogen. Oder war das ein Konkurrent, der unter diesem Namen geschrieben hat?

Daniel Loritz hat gesagt…

Lucien, ich soll dir deine Arbeit machen und dir deine Falschinformationen in deinem Text erklären? Nicht ich bin der Blogger, geschweige Journalist. Wäre es nicht an dir, das entsprechende Fachwissen zusammen zu tragen? Billig ist doch einem Kommentarschreiber abzuverlangen, er soll dir deine mangelhaften Recherchen aufzeigen.
Dass ich deine Texte oft aus fachlicher Sicht als schwach und oberflächlich erachte, konntest du ja schon an einigen anderen Kommentaren zu deinen Texten lesen. Ein gutes Beispiel war "Riskante Knotenlehre". Da hat das Thermikmagazin in ihrer letzten Ausgabe einen fachlich fundierten Bericht geschrieben, samt kompetenter Unterstützung eines grossen Leinenherstellers (Liros). Das nenne ich journalistisch gute Arbeit. Lucien, deine Texte kommen mir oft wie eine Zusammenfassung aus dem Halbwissen des DHV-Forums vor. Vielleicht wäre es auch mal an der Zeit, dass du dein Werdegang, deine Erfahrung um unseren Sport, deine Facharbeit zum Thema Gleitschirm, deine Kompetenz zu erklären?

Ja, Lucien, du hast mich im Vorfeld um ein Interview gebeten. Es ist ja nicht so, dass du der einzige bist, der im Kampf um Neuigkeiten und Aktualität die Nase vorne haben will. Auf der anderen Seite ist es mir als langjähriger Instruktor und Szenenkenner ebenso wichtig, dass meine Informationen in einem glaubwürdigen und vertrauenswürdigen Rahmen verbreitet werden. Ich habe mir mit meiner Arbeit im Bereich Rettungsgeräte und Sicherheitstraining einen Namen erarbeitet. Ich habe mich zum Thema Sicherheit im Gleitschirmsport wie wenige andere auseinander gesetzt. Dass die über 30 Jahre lang nie weiterentwickelte Rundkappe durch ein deutlich überlegeneres System, die Kreuzkappe, abgelöst wurde, ist meiner intensiven Arbeit zu diesem Thema zu verdanken. Ich war derjenige, der das Thema Kleinstretter ins Rollen gebracht hat.
Sorry, wenn ich bestimmen will, in welchem Medium mein Wissen verbreitet werden soll. Journalismus ist ein Business wie manch anderes auch. Ich unterstütze diejenigen die ihre Arbeit anständig, mit der nötigen Demut und Kompetenz ausführen.

Nun Lucien, die Tatsache, dass du die von dir gemachte Aussagen auf Facebook löschen und deine Bloggs im Nachhinein nachbessern und korrigieren musst, sprechen nicht unbedingt für ein souveränes und abgesichertes Fachwissen. Leider fehlen in deinen Texten in der Regel entsprechende vertrauensfördernde Quellenverweise. Komplettiert wird dann dieses Bild nur noch dadurch, dass du Bilder auf deinen Seiten veröffentlichst, für die man in unserer kleinen Szene gut und gerne auch schon aus Anstand hätte um Erlaubnis fragen können! Sinnbildlich passen solche Vorgehensweisen auch zu der Drohung unliebsame Kritik zu löschen. Danke Lucien, ich habe verstanden, wie du deine Bloggs zusammenschusterst und ich habe ebenso begriffen wie du mit Kritikern umgehst! Wenn du dies Qualitäts-Journalismus nennst, dann bitte schön...

Meine fachliche Antwort auf deinen Text wird folgen, keine Angst. Dies jedoch nicht auf deinen Seiten, denn diesen Traffic hast du dir nicht verdient!

Martin hat gesagt…

Schade, dass Loritz seinen unerträgliche und narzisstischen Stil nicht ablegen kann. Vermutlich könnte er fachlich das ein oder andere zum Thema beisteuern.
Alles was er beisteuert, ist ein niveauloser Angriff, in dem er erklärt, warum er es nicht nötig hat, Inhalte zu liefern.
... Ziemlich armselig

Gerald hat gesagt…

Also, zusammengefasst: Lucian bittet Dani um ein Interview zum Thema, dieser lehnt ab, und beklagt sich anschließend über mangelhafte Recherche Lucians zum Thema.

Lassen wir das mal so stehen, jeder denke sich seinen Teil.

Daniel Loritz hat gesagt…

@Martin, lese doch meinen Text! Ich werde liefern und ich bin derjenige der bis dahin auch geliefert hat wie kein anderer!

@Gerald, ich bin ja nicht der einzige bei dem man Wissen einfordern hätte können! Wenn ich als Journalist es nicht schaffe an das nötige Wissen zu kommen, dann sollte ich das Schreiben vielleicht lassen!

Gerald hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
Lucian Haas hat gesagt…

@alle: Bitte hört auf, Lu-Glidz als Plattform für irgendwelche Streitereien und persönliche Animositäten zu nutzen. Den letzten Kommentar von Gerald habe ich gelöscht, weil auch er nur eine weitere Einladung zum Streiten war - auch wenn er sogar dazu gedacht war, meine Arbeit zu verteidigen. (In den Kommentarregeln steht übrigens: Beleidigungen werden gelöscht).

Dani hat angekündigt, er werde liefern. Ich nehme ihn da beim Wort. Und wenn er dann sein ohne Zweifel großes Wissen in verlinkbarer und gut lesbarer Form öffentlich preis gibt, werde ich mit Freuden und ohne Häme auf Lu-Glidz darauf verweisen.


Dalek Sander hat gesagt…

Moin! Nun einmal ohne Aufregung:

Da ich immer noch ein Neuling in der Gleitschirmflieger-Welt bin, interessiert mich sehr wohl, an welchen Stellen in Lucians Artikel die vermeintlichen Fehler auftreten sollen. So bin ich als Leser etwas verunsichert.

Im Zweifelsfalle erscheint mir aber ein kompetenter, in sich stimmiger Artikel viel glaubwürdiger als ein lautstarkes Sammelsurium von unbegründeten Unterstellungen im Kommentarbereich.

Immerhin: dem Artikel entnehme ich, dass der Autor der unverständlicherweise angreifenden Kommentare auf seinem Hauptgebiet, dem Konstruieren von Rettungsschirmen, einen ungleich besseren Stil pflegt.

Lucian Haas hat gesagt…

Ich habe den Text an missverständlichen Stellen nochmals minimal überarbeitet. Die Vorgeschichte der Rogallos und der Base-Systeme ist jetzt neutral formuliert. Und in der Passage zum "Hauptargument für den Rogallo" heißt es stattdessen:
Eine besondere Qualität, welche die meisten anderen Rettungen nicht bieten können, ist die Steuerbarkeit der Rogallos.

Dirk hat gesagt…

Ich finde es immer wieder interessant, dass Nicht-Journalisten den "echten" Journalisten sagen, wie sie ihre Arbeit zu machen haben. Unterschwellig ist immer das hohe Gut der reinen Wahrheit in Gefahr! Bei keinem anderen Berufsstand maßen sich so viele an, deftig in die vermeintliche Kerbe zu schlagen.

@ Dani: Eine ganz wichtige journalistische Grundregel lautet: Namen müssen stimmen, immer. Lucian heißt nicht Lucien, sondern Lucian.

@Lucian: Du hat in meinen Augen eine erste und gut verständliche Zusammenfassung veröffentlicht. Nicht mehr, nicht weniger. dass Du nun chronologisch Vonblon und X-Drem Fly etwas durcheinander gebracht hast (was den Rogallo für Gleitschirme betrifft) war ein fachlicher Fehler, aber im Kontext nun nicht eben dramatisch.

Lass Dich nicht einschüchtern. Danis in der Wortwahl völlig überzogene Schmähung Deines Mediums wirst Du aushalten müssen. Er ist fachlich ein Ass, das weiß er, das wissen wir. Was die Töne, die Dialektik, die Konfliktfähigkeit anbetrifft – da gibt es sicher gebildetere Zeitgenossen. Er ist eine Bereicherung für die Szene, aber menschlich sicher nicht das Idealbild.

Bin gespannt auf Deine nächsten Veröffentlichungen zu dem Thema.

Dirk

Anonym hat gesagt…

Noch eine Anmerkung, ggf. wichtig für den weiteren Fortgang der Reportage.
Dani ist ein ausgesprochener Befürworter der Rogallo. Es grenzt nahezu schon an agressive Propagando. Interessanterweise teilt der Großteil von Siku Trainern diese Meinung nicht. Diese empfehlen eine solche nur für Experten und/oder in Kombination mit einem Backup (Reiter, Winkler, Nesler).

Anonym hat gesagt…

Herr Loritz empfindet den Text wohl primär deswegen als "schrecklich", weil ihm Lucian die Erfindung der Kreuzkappe und der Dreieckskappe nicht alleine zugeschrieben hat.
Gruss Simon

Uwe Preukschat hat gesagt…

Hallo Lucian, danke für den guten Artikel. Für mich war der sehr interessant und lesenswert. Wenn ich eine wissenschaftliche Abhandlung gewollt hätte, hätte ich mich an einen Hersteller gewandt.
Was den Diskussionsverlauf betrifft, so ist es schade, dass sich der Dani derart im Stil vergreift und - ohne Not - um sich keult, als ginge es um seine persönliche Reputation. Die wurde ja nie angezweifelt.
Aber so ist das heutzutage... mit Anstand kriegt's nicht jeder hin.
VG Uwe

Anonym hat gesagt…

Hallo,

abgesehen von der verwerflichen Kritik seitens Deniel(!), eine Korrektur zur Geschichte des BASE Retters: ich habe in einer alten Fliegerzeitschrift (glaube '83 oder '85) einen alten Artikel gefunden, wo damals bereits der Fallschirm (Rundkappe) in ein Gurtzeug integriert wurde nach dem gleichen Prinzip wie heute.

Roman

Anonym hat gesagt…

Kann mir jemand sagen, was der Dani jetzt konkret an dem Text auszusetzen hat? Und ist das überhaupt der echte Dani, oder jemand, der sich als Dani ausgibt, um ihn lächerlich zu machen? Feinde hat er ja genug.

Anonym hat gesagt…

Ich kann mir nicht vorstellen welche Informationen in dem Artikel so "neu" sind, dass sie Anlass für eine kontroverse Diskussion bieten.
Die meisten Info´s kannte ich schon aus anderen Quellen..
Meiner Meinung nach sind diese Informationen lediglich zusammengefasst und so aufbereitet, dass sich jeder schnell einen Überblick verschaffen kann.

Aber vielleicht habe ich die brandneuen Theorien und die haarsträubenden Spekulationen überlesen...

Guido Reusch hat gesagt…

Grundsätzlich falsch ist an Lucians Artikel nichts. Es sind für Fachleute einige Details nicht exakt ausgearbeitet oder missverständlich formuliert. Dies trägt aber nicht zum Unverständnis über die Gliederung der Retter an sich bei. Die Aufteilung ist soweit OK, für alle normalen Piloten mal grundsätzlich hilfreich!
Unglücklich ist es die Nutzungsdauer nur im Bereich der Kreuzkappen zu beschreiben, da diese grundsätzlich unabhängig von der Bauform der Kappe ist, das nur am Rande.
Ein "SQR-Prinzip" gibt es so auch nicht. SQR beschreibt die Tatsache, das alle Leinen an der Basis des Retter die gleiche Länge haben, und nicht wie bei den ersten "Kreuzkappen" zum Teil unterschiedliche Längen auf weißt. Hier steht für mich ehr "SQR" für einen Markennamen als für ein Prinzip. Unten Rund und oben eckig, sollte es wohl lauten, was aber auch so nicht ganz stimmt. Diese Kappen sind ehr Rundkappen mit 4 (oder mehr) seitlichen Öffnungsschlitzen.
Die "neue" Dreieckskappe ist in Ihrer Darstellung noch am schlechtesten beschrieben. Es gibt auch steuerbare "4-Eck-Kappen" und eben die besagten Rogallos. Da solltest Du Dir am ehesten fachliche Hilfe holen wenn es um weitere Details geht

Aber jetzt wird es schon sehr technisch - muß nicht sein - ist auch wirklich nicht "ausschlaggebend".
Ich finde es gut wenn das Thema Retter überhauptmal in den Fokus des Piloten gebracht wird.

Ich würde mir wünschen das zum Retter auch über die Zulassung, allgemeine Verwendung und die Nachprüfungen gesprochen wird.

Guido Reusch

Anonym hat gesagt…

Die fachliche Qualität einzelner Beiträge (hier und anderswo) und der Kommentare beurteilen können nur diejenigen, die ein noch höheres Wissen haben, als die jeweiligen Schreiber. Diese Leute sind dünn gesäht (- ich, als Sportpilot, gehöre auch nicht dazu, obwohl jedes Jahr viele viele viele Stunden in der Szene unterwegs). Die Details sind einfach ultra komplex und man muss ein Spezialist sein, um die Details wirklich qualifiziert zu erfassen. Vieles basiert auch auf verschiedenen Denkschulen usw, usf - jeder glaubt er hat der Weisheit letzter Schluss gefunden.

Wenn aber objektive Dinge wie geschichtliche Daten, oder Namen (wie im Falle des Advance Marketing Artikels) korrigiert werden müssen, finde ich das ganz schön heftig für einen "qualifizierten, unabhängigen Gleitschirm Blog", zumal das Internet nie vergisst. Ein Laie, (der auch ich bin obwohl Ingenieur, langjähriger Flieger, Blog leser, Thermik Leser, DHV Heft Leser) kann die Komplexität der Details gar nicht mehr erfassen und wird in den Denkschulen zerrieben. Mit anderen Worten: uns kann man überall viels verkaufen, wir können es eh' nicht beurteilen..

Enrique oder Daniel (Crespo), Hauptsache Südafrika...

Christoph

Jürgen hat gesagt…

@Lucian: Gute Übersicht. Zu positiver- sowie negativer Kritik ist alles gesagt. Ich freue mich auf weitere Folgen zum Thema. Habe selbst seit einigen Jahren eine Orange-ST im Gurtzeug (ohne QuickOut).

Gruß Jürgen

Thomas hat gesagt…

Offensichtlich gibt es keine Korrektur von Dani. Nicht dass man das ernsthaft erwartet hätte, aber schade ist es trotzdem