Ein Suchbild und seine Geschichte

Manchmal ist man im Landeanflug und sieht mit einem Mal einen anderen Flieger vor sich.  "Wo kommt der denn her?", fragt man sich. Es ist eine Frage der Kontraste.

Ein Suchbild: Wo ist der Gleitschirm? // Quelle: Youtube, Screenshot
Weiße Schirme vor weißen Wolken, blaue Schirme vor blauem Himmel, grüne Schirme vor grünem Wald: Da kann es schon mal schwierig werden, die anderen Luftteilnehmer immer frühzeitig auszumachen, selbst wenn sie sich quasi schon auf Kollisionskurs befinden.

Ein schönes Beispiel für so einen Fall zeigt ein kurzes Youtube-Video: Im Landeanflug bemerkt der Filmende einen anderen Piloten erst spät. Warum er dessen Schirm so lange übersehen konnte, obwohl er genau in seine Richtung flog und schaute, wird deutlich, wenn man sich das Video einmal in diesem Sinne anschaut. Das Bild oben zeigt einen Moment daraus. Man kann es durchaus als Suchbild nehmen: Wo ist der Schirm?

Im Sinne der Flugsicherheit wäre es sinnvoll, wenn mehr Piloten bei der Farbwahl und mehr Hersteller beim Farbangebot ihrer Schirme verstärkt auf hohe Kontraste setzen würden. Rot, orange und gelb, am besten in dieser Kombination, sind besonders auffällige Farben.

Löblich ist hier eine Initiative von Ozone hervorzuheben. Die französische Marke bietet seit geraumer Zeit fast alle seiner Modelle auch in einer high-visibility Farbvariante an. Dass die Untersegel trotzdem weiß gehalten sind und deshalb die kräftigen Farben von unten nur matt hindurch scheinen lassen, zeigt freilich auch: Es gibt immer noch Optimierungsmöglichkeiten.

Das oben genannte Video ist auf Youtube zu sehen:



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12 Kommentare:

Thomas P. hat gesagt…

Es würde aber auch schon helfen, die GoPro abzumontieren. Dann kann man den Kopf frei bewegen ohne Angst zu haben, das Bild zu verwackeln, muss nicht mehr für seine Zuschauer den Flug kommentieren, und kann sich auf die Luft und andere Piloten konzentrieren.

Lucian Haas hat gesagt…

@Thomas: Auf Gopro zu verzichten ist ein eigenes Thema. Im Post geht es aber um die Sichtbarkeit von Schirmfarben, und dafür ist das Video einfach ein schönes Beispiel.

Manuel Schmiedhofer hat gesagt…

Das war aber knapp. :-)

Anonym hat gesagt…

Teletubbies at its best
Ja, ein sehr schönes Beispiel zur beliebten Selfiedoku "Träumen in der Luft".
Denn, wer den nicht sieht sollte in absolut unberührte Fluggebiete ausweichen. Im Ernst, jetzt wird die Unzulänglichkeit einzelner noch mit fehlenden Signalfarben versucht zu entschuldigen.

Gruß
oli

Tim-Patrick Meyer hat gesagt…

Der Kommentar von Oli (Oli wer?) bezüglich der "Unzulänglichkeit einzelner" ist in meinen Augen reichlich überheblich. Ich finde den Schirm tatsächlich sehr schwer zu sehen. Und den Hinweis auf die Vorteile knalliger Farben verstehe ich nicht als Entschuldigung, sondern schlichtweg als sicherheitsrelevante Anregung für Piloten und Hersteller. Mehrmals schon habe ich weiße Segelflieger an einem wolkenbespickten Himmel erst sehr spät gesehen und mich gefragt, warum man die nicht leutchtend orange anstreicht. Selber wähle ich bei meinen Schirmen oftmals Sonderfarben mit viel rot, damit ich besser und früher gesehen werde.

Anonym hat gesagt…

Hallo Tim,

Du nennst mich überheblich und vergleichst hier bestenfalls Äpfel mit Birnen, denn ein Segelflugzeug fliegt zwischen 100 und 200kmh. Die Silouette ist eher Schlank zu definieren und gegen die Sonne nicht immer so leicht zu erkennen, da gebe ich dir recht. Hat aber mit der gefilmten Situation nicht die Bohne gemeinsam.

In einem Fluggebiet wo an der Landewiese 10-20 Autos parken und ständig Gleitschirme landen kann man schon mal ein schwarz gelbes Pummelchen mit 25 qm Fläche übersehen? Jo Mann, das kommt aber auch blitzschnel, gemein und quasi aus dem Nichts angeschossen.
Nee ist klar.

Ich empfehle teletubbie ne Warnweste weil man den sonst auf den Landewiesen leicht mal übersieht.
und ja, DAS war jetzt überheblich ;-)


Gruß
Oli Blonske

Tim-Patrick Meyer hat gesagt…

Hallo Oli,

stimmt natürlich, Segelflugzeuge und Gleitschirme sind zwei völlig unterschiedliche paar Schuhe und erstere sind aus den von Dir genannten Gründen schwerer frühzeitig zu erkennen. Aber auch ein Gleitschirm kann eben je nach Farbe und Hintergrund schwer zu sehen sein, was das Video gut illustriert, wie ich finde. Ich glaube den Schirm im Video hätten viele Piloten anfangs leicht übersehen können. Und deshalb: zu suggerieren, einem selbst wäre das nicht passiert und den Piloten im Video voreilig als Idioten und Gefährdung darzustellen, ist in meinen Augen überheblich. Es ist dieser Ton, der auch im Gleitschirm- und Drachenforum sehr viel anzutreffen ist und mir die Lust nimmt, mich dort an Diskussionen zu beteiligen. Ein bisschen mehr Respekt einander gegenüber täte aus meiner Sicht gut.

Aber in aller Freundschaft zurück zum Thema:

Gerade weil z.B. ein Segelflugzeug für mich schwieriger zu sehen ist als ein Gleitschirm, möchte ich für den anderen möglichst gut sichtbar sein, und aus diesem Grund finde ich Signalfarben sinnvoll. Sie erhöhen zumindest die Chance, etwas früher erkannt zu werden.

Hier ein schönes Beispiel, wie ein Segelflieger einen Gleitschirm erst sehr spät (oder gar nicht?) erkennt: https://www.youtube.com/watch?v=FEVHeYgXxls

Und hier ein Filmchen das zeigt, wie ein Motorflieger einem Gleitschirm erst im letzten Moment ausweicht. Ich sage bewusst nicht, an welcher Stelle der Gleitschirm in’s Bild kommt: https://www.youtube.com/watch?v=7h9k2hCSL80

Viele Grüße
Tim

Werner S. hat gesagt…

Ich gebe Tim recht, manche Schirmfarben sind DEFINITIV mit Tarnfarben unterwegs, so dass man sie vor Hintergrund erst sehr spät entdeckt. Ist mir schon mehrfach passiert - auch ohne Kamera auf dem Helm oder sonstigem technischen Spielzeug als Ablenkung. Kombiniere dies mit einem gestressten Piloten, der wegen Turbulenzen, Hindernissen auf dem Weg zum Landeplatz oder anderen Fliegern nah um sich herum, abgelenkt ist - da fällt ein "schwarz gelbes Pummelchen" nicht ins Auge, bis es zur Kollision kommt.
Meine Schirmwahl wird auch von der angebotenen Farbpalette beeinflusst.

Christoph Fässler hat gesagt…

Als Gleitschirm und Segelflieger kann ich nur sagen, dass einige Gleitschirme mit dem Segelflugzeug wirklich kaum zu erkennen sind.

Die Schlecht erkennbaren Segelflugzeuge haben meistens ein FLARM damit man "gesehen" wird, wer mit Tarnfarben und ohne Flarm an der Basis fliegt, fliegt sehr riskant, hatte selbst schon das ein oder andere Erlebnis...

Wünschenswerter als bunte Gleitschirme währe natürlich ein erschwingliches FLARM :)

Anonym hat gesagt…

Lieber Tim,

ich habe weder die Worte "Idiot noch Blödmann" benutzt. Deine Wortwahl und deine Interpretation.

Weiterhin ist für mich die Situation massgebend und nicht die Pespektive eines Videos,
das so oder so nicht farbecht ist und eine sehr eingeschränkte Perspektive bietet.

Wer einen Gleitschirm im Landeanflug übersieht sollte den Fehler zunächst zwischen den eigenen Kopfhörern suchen und nicht die individuelle Farbwahl eines Dritten mit Hilfe eines Videos kritisieren oder gar entschuldigen.
Gruss
oli


Alf hat gesagt…

Also auf diesem Landeplatz kommt öffters auch ein Rodriguez gerade von oben, auch schwierig zu sehen 😉 happy landing und mehr fliegen als schreiben

Anonym hat gesagt…

Martin:

Ich verstehe die Welle hier nicht.
Trotz des scheinbar aus dem Nichts auftauchenden Schirms, wird dieser frühzeitig sichtbar, potentielle Ausweichmanöver wären möglich, sind aber nicht einmal notwendig. Es fügt sich harmonisch ineinander, Abstand...uuaa gähhn...riesig.
Da fliegr’s im Normalmodus in Bassano oder Kössen etc. beim Termikfliegen deutlich unentspannter und auch gefährlicher.